Rückblicke

Freitag, 21. Februar 2020 20:30 pure desmond – Audrey Warschenhofergut

Pure Desmond

„Jetzt würde ich gerne Audrey Hepburn durch den Wald kommen sehen.“ –  Das waren die Worte des Filmemachers Gijon Mili zu den Mitgliedern des Dave Brubeck Quartet, als Mitte  der 50er Jahre in den New Yorker Columbia Studios einer der ersten Kurzfilme über Jazz entstand. „Oh ja, das würde ich auch gerne“, so die Antwort des Saxophonisten der Band, Paul Desmond.

Heute, 60 Jahre später, stellt das preisgekrönte Quartett „pure desmond“ um die vier Musiker Lorenz Hargassner, Johann Weiß, Christian Flohr und Sebastian Deufel auf ihrem neuen Album „Audrey“ die Geschichte vor, die vielleicht passiert wäre, wenn Hepburn damals tatsächlich in der Nähe gewesen wäre. Und auch Desmonds Komposition „Audrey“, ein musikalisches Kleinod des „Take Five“-Komponisten, findet sich darauf in einer intimen, zerbrechlichen Interpretation des Cool Jazz Ensembles aus Deutschland.

Die Band hat ihre eigene Klanglichkeit in einer 15-jährigen Geschichte verfeinert – da ist der unter Kennern bereits legendäre Sound der Gruppe, „eine edle kammermusikalische Ästhetik: durchsichtig, überschaubar, linear, kontrolliert emotional und zurückgelehnt bis zur totalen Entspannung“, wie es die Jury des Preises der Deutschen Schallplattenkritik ausdrückt. In der musikalischen Zusammenarbeit vieler dichter Konzertabende und intensiver Sessions sind neue Kompositionen entstanden, die sich thematisch mit der Geschichte von Paul Desmond und Audrey Hepburn beschäftigen. Hierbei betreten die Musiker stilistisches Neuland – und das macht sie zu wirklichen Erben der Jazz-Pioniere um Brubeck.  Die Tradition des zeitlosen, organisch fließenden, raffinierten Klangs des Ensembles bildet einen interessanten Kontrast zu den neuen Kompositionen, die Lust zu Grenzgängen zeigen.

Das Stück „Punch“ des Schlagzeugers Sebastian Deufel lässt Reminiszenzen an die Experimentierfreude Brubecks mit ungeraden Taktarten anklingen. In „Melancholy On Broadway“ entwickelt die Musik eine emotionale Sogwirkung wie in den „Engtanzballaden“ der Rockbands der 70er Jahre.  Auch schnelle, tänzerische Titel finden sich auf dem abwechslungsreichen Album, wie das pointierte und subtil swingende „Go Lightly“ oder „The Chase“, ein Stück, das auf einem Funk-Riff aufbaut. Die Bandbreite der Einflüsse ist groß. Es ist erstaunlich, wie logisch sich selbst ein Werk aus der klassischen Neuen Musik von John Cage mit dem zum Thema passenden Titel „Dream“ in die generell zarte, elegante Stimmung dieser Musik einfügt. So verlässt der rote Faden nie den Erzählstrang der Sehnsucht, des romantischen Traumes einer unerfüllten Liebe und behält dabei stets eine geistreiche, subtile Sprache.

Dave Brubeck wusste, warum der für sein lyrisches Spiel und seinen „Walter Mitty-Humor“ berühmte Saxophonist immer zu einer bestimmten Zeit während der Aufnahmen zum Album „Brubeck Time“ unruhig wurde – immer dann, wenn eine Probenpause der in der Nähe arbeitenden Audrey Hepburn zu erwarten war, gab es auch eine Pause in den Columbia Studios, damit Paul seinem Schwarm beim Rauchen auf der Feuerleiter zusehen konnte. Sie spielte die Nymphe Ondine at 46th Street.  „Und, was hast Du zu Ihr gesagt?“ wurde Desmond von seinem langjährigen Freund und Biographen, dem Jazzjournalisten Doug Ramsey gefragt. Er aber warf ihm nur einen überraschten Blick zu und antwortete: „Nichts. Was denkst Du denn?“

Lorenz Hargassner – Alt-Saxofon

Christian Flohr – Kontrabass

Johann Weiß – Gitarre

Sebastian Deufel – Schlagzeug

http://www.puredesmond.com/media.html

Eintritt: 15,00€ Mitgl. 13,00€ unter 23 7,50€

Vorverkauf:Oberbank Gallneukirchen

Reservierung: http://www.gallnsteine.at/reservierungen/

Rückblicke

Freitag, 24. Jänner 2020 20:30 SELLNER DUO Atelier Warschenhofer

Karten auch an der Abendkassa

Der Blues ist auch ein Arbeiterlied – so der Titel des einzigartigen Abends im Zeichen eben dieser an sich offensichtlich konträren musikalischen Stile. Reinhart Sellner ist Liedermacherurgestein, Timo Brunnbauer ist quasi Bluesurgestein aus Oberösterreich Gemeinsam versuchen sie, zwei Liederwelten miteinander zu verbinden – mit Erfolg
Eintritt: 15,00€ Mitgl. 13,00€ unter 23 7,50€
Vorverkauf:Oberbank Gallneukirchen
Reservierung: http://www.gallnsteine.at/reservierungen/

Rückblicke

Sa.7.Dez.2019 19:30 Warschenhofergut Lesung Dietmar Fuessel

Karten auch an der Abendkassa!!

STECKBRIEF 

Name: Dietmar Walter Füssel

Geburtsdatum: 23.1.1958

Wohnort: Ried im Innkreis

Beruf: Schriftsteller und Bibliothekar

Mitgliedschaften: GAV und IGÖA

Hobbys: Laufen, Lesen, Reisen

Dietmar Füssel liest aus seinem Roman „Wiederholte Geburten“

Historischer Roman

Das Alte Ägypten im dreizehnten vorchristlichen Jahrhundert:
Der erfolgreiche Frauenarzt Merirê ist wegen der vorschriftswidrigen Behandlung einer Hofdame am Königshof in Ungnade gefallen. Eines Tages aber befiehlt Ramses II. ihn überraschend zu sich und erteilt ihm den Auftrag, gemeinsam mit dem Amun-Priester Rahotep in die Hauptstadt des verfeindeten Hethiterreichs zu reisen, um der sechzigjährigen Schwester des Großkönigs noch einmal zu einer Schwangerschaft zu verhelfen – der Vorwand für eine heikle diplomatische Mission. Dort lernt Merirê die schöne und kluge Hofdame Lavinia kennen, eine enge Vertraute der Königin, die zur großen Liebe seines Lebens wird.
Doch seine Ehe mit einer Hethiterin steht in unvereinbarem Widerspruch zu den geheimen Plänen des Pharaos. Wird sein Glück von Dauer sein? Wird es Merirê und Rahotep gelingen, ihren erbitterten Widersacher Assur-Nadin auszuschalten und ihren Auftrag zu erfüllen?

Packend, leidenschaftlich und mit großer Sachkenntnis erzählt Dietmar Füssel von Autokratie, verlogener Staatsräson, Korruption, Heuchelei und Gewalt, aber auch von wirklicher Freundschaft und wahrer Liebe im Alten Ägypten.“ (Ingrid Führer)

„Wir dürfen uns freuen, Liebster, aber wir dürfen auch traurig sein. Für beides ist jetzt die rechte Zeit. Weil jede Geburt das Ende eines Beginnens und der Beginn eines Endens ist.“

Dietmar Füssel, ‚Wiederholte Geburten‘, Historischer Roman, 622 Seiten, Sisyphus, 2016, ISBN 978-3-903125-08-7

 

Buchpublikationen

 ‚Zeitfenster – Lebensbilder und Aphorismen‘, 2018, Liliom.

Deppentango – Merkwürdige Geschichten über Versager, Unglücksraben und Idioten‘, Kurzprosa, 2018, Arovell

‚Der Stadtschreiber‘, satirischer Roman, 2017, Aavaa Verlag

‚Wiederholte Geburten‘, historischer Roman, 2016, sisyphus

‚Wirf de Schaffner aus dem Zug‘, Respektlose Geschichten (Neuauflage), 2016, vitolibro

‚Träume und Wolken‘, Gedichte und Fotografien, 2015, Liliom Verlag

‚Der Strohmann‘, Kriminalroman, 2015, Aavaa Verlag

‚Panthokanarische Plottensprünge oder die vergebliche Suche nach der Vergeblichkeit‘, Kurzprosa, 2014, Arovell Verlag

‚Menschenfleisch – Eigenartige Gedichte‘, 2014, Edition Roesner,

‚Sukiyaki – Rindfleisch‘, Roman, (Neuauflage) 2013, Aavaa Verlag
‚Der Sohn einer Hure‘, Roman, 2013, Sisyphus Verlag

‚Götter und ihre Fans’, ein Streifzug durch die wundervolle Welt des Glaubens, 2012, Arovell Verlag
‚Leidenschaft’, lateinamerikanische Liebesgedichte, 2010, Liliom Verlag.
‚Diesseits von Eden’, satirischer Roman, 2009, Edition Atelier,
‚Gelsomina‘ – eine Mückengeschichte in sieben Stichen’, Bildgeschichte, 2009, Liliom Verlag,
‘Die Ermordung Caesars’, Komödie, 2006, Karl Mahnke Theaterverlag
‚Arbeit ehrt Mensch und Pferd‘,Kurzgeschichten, 2002, Resistenz Verlag

‚Rindfleisch‘, Roman, 2000, Resistenz Verlag

‚Unterwegs‘, Lyrik, 1998, Bibliothek der Provinz,
Dietmar Füssels Wunderhorn’, (Neue respektlose Geschichten), 1984, Eichborn Verlag

Wirf den Schaffner aus dem Zug’ (Respektlose Geschichten), 1983, Eichborn Verlag

 

Freier Mitarbeiter der Satirezeitschrift ‚Nebelspalter‘. http://www.nebelspalter.ch/Absolut+nichts/563201/detail.htm

Mehr als 1.000 weitere Veröffentlichungen in Zeitschriften, Anthologien sowie im Hörfunk.

 

Eintritt: 10,00€  Mitgl. 8,00€ unter 23  5,00€

Vorverkauf: Oberbank Gallneukirchen

Rückblicke

Fr.22.Nov.2019 20:30 Konzert „RaaDie“ Lorenz Raab-Christof Dienz

Karten auch an der Abendkassa!

RaaDie

Lorenz Raab – Trompete
Christof Dienz – E-Zither und Electronics

Eine Trompete trifft auf E-Zither und Electronics. Gemeinsam bereisen Lorenz Raab und Christof Dienz die weite Welt des Klangs und sind bestrebt, immer neue Zugänge zu finden, sie suchen das Neue und Unvertraute, brechen auf und hören hin. Sie riskieren und haben keine Angst vor unerwarteten Begegnungen. Sie überqueren Soundlandschaften und schwimmen im Klangmeer der eigenen Töne. Musik ohne Netz!

Eintritt: 15,00€  Mg 13,00€ U23 7,50€

Rückblicke

Fr.8.Nov.2019 19:30 Warschenhofergut Lesung Richard Wall „Literatur & Jazz“

Karten auch an der Abendkassa

Richard Wall liest aus seinen Neuerscheinungen Streumond und Nebelfeuer.
Musikalisch begleitet von Rudolf Habringer am Piano und Franz Prandstätter am Saxophon.

Biographie Richard Wall
Geb.1953 in Engerwitzdorf, OÖ. Div. Studien (u.a. an der Hochschule f. künstler. & industr. Gestaltung in Linz, heute Kunstuniversität). Mag. art.
Literarische, malerische, grafische & fotografische Arbeiten; Ausstellungen seit 1981. Zahlreiche Veröffentlichungen der Bilder & Texte seit 1980 in Anthologien, Kultur- & Literaturzeitschriften (Wespennest, Freibord, Literatur und Kritik, Sterz, Facetten, Rampe u.s.f.).
Seit 1975 regelmäßige Aufenthalte in Irland.
Lebt in Au (Engerwitzdorf bei Linz) und in Streith bei Langschlag (Waldviertel).
Mitglied der Grazer Autorenversammlung (GAV), der IG-Autoren, der Literaturvereinigung „podium“ & der Künstlergruppe „Sinnenbrand“.

Etwa 20 Buchveröffentlichungen, zuletzt:

Streumond und Nebelfeuer, Gedichte, Löcker Verlag, Wien 2019.

Gehen, Prosa, Stadtlichter Presse, Wenzendorf 2019.

Zum Buch „Gehen“

Jemand geht in einer ihm seit der Kindheit vertrauten »Landschaft«. Gehen / Sehen / Sich-Erinnern: Ein Wegesuchen (auch) nach ästhetischen Gesichtspunkten in einer mittlerweile von Zersiedelung, Lärm und Intensivlandwirtschaft geprägten »Landschaft«. Eine Verknüpfung von Topographie und poetischer Verdichtung. »Wer den Gegenstand anschaut, muss nicht an ihn denken; wer aber das Seherlebnis hat, dessen Ausdruck der Ausruf ist, der denkt auch an das was er sieht. Und darum erscheint das Aufleuchten des Aspekts halb Seherlebnis, halb ein Denken.« (Ludwig Wittgenstein, „Philosophische Untersuchungen“) Dem Autor geht es um das »Seherlebnis« der durch den Text begleiteten Person (= Er), das heißt um eine gesteigerte Form der Wahrnehmung, der Wahr-Nehmung von Verdrängtem, Vergessenem, von einschneidenden Veränderungen (hin zum Negativen) etc. – um das zur-Sprache-bringen diversester Aspekte, die nicht (mehr) gesehen (oder ausgeblendet) werden. Indirekt schwingt mit die Hegemonie des korrumpierten Blicks, der Verlust der sinnlichen Wahrnehmung in einer von Sekundärwelten geprägten Gesellschaft.

Franz Brandstätter  Rudi Habringer

Eintritt: 15,00€  Mitgl. 13,00€ unter 23  7,50€

Eintritt + 1 Buch(„Streumond und Nebelfeuer“ oder „Gehen“) : 25,00€,  Mitgl. 23,00€,  unter 23  17;50€

Vorverkauf: Oberbank Gallneukirchen